Ratgeber · Server-Lizenzen

Windows Server und SQL Server richtig lizenzieren

Microsoft lizenziert Server nach dem Server-plus-CAL-Modell. Die Serverlizenz deckt nur die Hardware ab. Jeder Benutzer und jedes Gerät, das auf den Server zugreift, braucht zusätzlich eine Zugriffslizenz, eine sogenannte CAL.

Die Faustregel für die Menge: Du brauchst so viele Zugriffslizenzen, wie du Benutzer oder Geräte hast, je nachdem welche Zahl kleiner ist. Wer per Remotedesktop arbeitet, braucht zusätzlich RDS-Zugriffslizenzen.

Windows Server 2016: Der Support endet am 12. Januar 2027. Die vier Wege im Kostenvergleich zeigt, welche Option am günstigsten ist.

  • Volumenlizenzen mit dokumentierter Herkunft
  • Rechnung mit ausgewiesener MwSt.
  • Beratung zur Lizenzmenge vor dem Kauf
  • Auditfeste Nachweiskette

Standard oder Datacenter?

Beide Editionen sind funktional weitgehend identisch. Der Unterschied liegt fast ausschließlich in den Virtualisierungsrechten. Wer höchstens zwei virtuelle Maschinen betreibt, fährt mit Standard günstiger.

Server 2025 StandardServer 2025 Datacenter
Virtuelle Instanzen2 je Lizenzunbegrenzt auf der lizenzierten Hardware
Enthaltene Kerne1616
Storage Spaces Directnicht enthaltenenthalten
Software Defined Networkingnicht enthaltenenthalten
Zugriffslizenzen erforderlichja, je Benutzer oder Gerätja, je Benutzer oder Gerät
Typischer EinsatzDatei-, Druck- und AnwendungsserverVirtualisierungshosts und Rechenzentren
Preis€109,99€578,99
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Das Server-plus-CAL-Modell in einem Satz

Die Serverlizenz erlaubt es, die Software auf der Hardware zu betreiben. Sie erlaubt niemandem, darauf zuzugreifen. Jeder Zugriff wird zusätzlich über eine Zugriffslizenz abgedeckt, im Englischen Client Access License, kurz CAL.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Fehllizenzierungen entstehen. Ein Betrieb kauft den Server, installiert ihn, alles läuft, und niemand denkt an die CALs. Technisch fällt das nie auf, weil Windows Server die Zugriffe nicht zählt. Im Audit fällt es sofort auf.

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Benutzer-CAL oder Geräte-CAL

Beide Varianten kosten meist ähnlich viel, decken aber Unterschiedliches ab.

  • Benutzer-CAL: an eine Person gebunden. Diese Person darf von beliebig vielen Geräten zugreifen, vom Desktop, vom Notebook, vom Handy.
  • Geräte-CAL: an ein Gerät gebunden. Beliebig viele Personen dürfen über dieses Gerät zugreifen.

Die Entscheidungsregel ist einfach: Zähle Personen, zähle Geräte, und lizenziere die kleinere Zahl. Ein Büro mit 10 Mitarbeitenden an 14 Geräten braucht 10 Benutzer-CALs. Ein Schichtbetrieb mit 20 Personen an 6 Terminals braucht 6 Geräte-CALs.

Du darfst beide Typen im selben Netz mischen. Das lohnt sich, wenn ein Teil der Belegschaft mobil arbeitet und ein anderer Teil sich feste Arbeitsplätze teilt.

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RDS-CALs kommen zusätzlich, nicht anstelle

Wer per Remotedesktop auf dem Server arbeitet, also einen Terminalserver betreibt oder Anwendungen veröffentlicht, braucht eine zweite Zugriffslizenz obendrauf. Die RDS-CAL ersetzt die normale CAL nicht, sie ergänzt sie.

Ein Arbeitsplatz mit Remotedesktop kostet also zwei Lizenzen: die normale Zugriffslizenz und die RDS-Zugriffslizenz. Auch hier gibt es beide Varianten, benutzer- und gerätebasiert, und dieselbe Regel gilt.

Das ist der mit Abstand häufigste Lizenzfehler im Mittelstand.

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Kernlizenzierung und die 16-Kern-Regel

Windows Server wird seit der Version 2016 nach Prozessorkernen lizenziert, nicht mehr nach Prozessoren. Dabei gelten zwei Mindestwerte:

  • mindestens 8 Kerne je physischem Prozessor,
  • mindestens 16 Kerne je Server.

Ein Server mit einem 8-Kern-Prozessor wird also trotzdem mit 16 Kernen lizenziert. Unsere Standardlizenz deckt genau diese 16 Kerne ab. Hat deine Maschine mehr, kommen Kernpakete dazu, üblicherweise in Zweierschritten.

Wichtig für die Planung: Es zählen die physisch vorhandenen Kerne der Maschine, nicht die einer virtuellen Maschine zugewiesenen.

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Welche CAL passt zu welchem Server

Zugriffslizenzen dürfen niemals älter sein als der Server, auf den sie zugreifen. Eine CAL für Server 2019 deckt keinen Server 2022 ab.

Umgekehrt funktioniert es sehr wohl: Eine CAL für Server 2025 deckt auch ältere Server ab. Wer also in absehbarer Zeit aktualisieren will, fährt mit den neueren Zugriffslizenzen besser, selbst wenn der Server noch eine Generation zurückliegt.

Bei gemischten Umgebungen richtest du dich immer nach dem neuesten Server im Netz.

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SQL Server folgt eigenen Regeln

Der Konfigurator oben rechnet Windows Server. SQL Server hat ein eigenes Lizenzmodell mit zwei Wegen: entweder Server plus CAL, was sich bei überschaubarer Nutzerzahl lohnt, oder Lizenzierung nach Kernen, was sich ab vielen oder unbekannt vielen Zugriffen rechnet, etwa bei einer Webanwendung. Die Enterprise-Edition gibt es ausschließlich nach Kernen.

Bei SQL entscheidet die Rechnung: Solange die Zahl der Benutzer klein und bekannt ist, ist Server plus CAL fast immer günstiger.

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Häufige Fragen zur Serverlizenzierung

Brauche ich CALs, wenn nur ich auf den Server zugreife?

Ja. Auch ein einzelner Zugriff ist ein Zugriff. Du brauchst mindestens eine Benutzer- oder Geräte-CAL zusätzlich zur Serverlizenz.

Was ist der Unterschied zwischen Standard und Datacenter?

Der wesentliche Unterschied liegt in den Virtualisierungsrechten. Standard erlaubt zwei virtuelle Instanzen je Lizenz, Datacenter eine unbegrenzte Zahl auf der lizenzierten Hardware. Dazu enthält Datacenter Storage Spaces Direct und Software Defined Networking.

Ersetzt eine RDS-CAL die normale Zugriffslizenz?

Nein. Die RDS-CAL kommt zusätzlich. Ein Remotedesktop-Arbeitsplatz braucht sowohl eine normale Windows-Server-CAL als auch eine RDS-CAL.

Kann ich Benutzer- und Geräte-CALs mischen?

Ja. Das ist ausdrücklich erlaubt und oft die günstigste Lösung, wenn ein Teil der Belegschaft mobil arbeitet und ein anderer Teil sich feste Arbeitsplätze teilt.

Wie viele Kerne muss ich mindestens lizenzieren?

Mindestens 16 Kerne je Server und mindestens 8 Kerne je physischem Prozessor. Auch ein Server mit nur 8 physischen Kernen wird deshalb mit 16 lizenziert.

Dürfen CALs älter sein als der Server?

Nein. Zugriffslizenzen müssen mindestens der Version des Servers entsprechen. Neuere CALs decken ältere Server dagegen mit ab.

Sind gebrauchte Serverlizenzen und CALs legal?

Ja. Der Europäische Gerichtshof hat 2012 in der Rechtssache C-128/11 entschieden, dass unbefristete Softwarelizenzen innerhalb der EU weiterverkauft werden dürfen. Voraussetzung ist eine vollständige Nachweiskette und dass der Vorbesitzer seine Kopie nicht weiter nutzt.

Welche Lizenzen brauchst du wirklich?

Beantworte drei Fragen und du bekommst die genaue Kombination aus Serverlizenz und Zugriffslizenzen, inklusive Menge und Gesamtpreis.

1. Welche Serverversion? Die Zugriffslizenzen müssen mindestens zur Version des Servers passen.
2. Wie viele Benutzer und Geräte greifen zu? Zähle jede Person, die den Server nutzt, und jedes Gerät, über das zugegriffen wird. Ein Mitarbeiter mit Desktop und Notebook ist ein Benutzer und zwei Geräte.
3. Wird per Remotedesktop gearbeitet? Terminalserver, Remote-Arbeitsplätze oder veröffentlichte Anwendungen brauchen zusätzlich RDS-Zugriffslizenzen.

Die Empfehlung folgt der Regel: so viele Zugriffslizenzen wie Benutzer oder Geräte, je nachdem was weniger ist. Zugriffslizenzen dürfen niemals älter sein als der Server, auf den sie zugreifen. Neuere CALs decken ältere Server dagegen mit ab.

Weiterlesen: Server-Ratgeber

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