RDS-CALs erklärt: warum sie zusätzlich kommen und nicht anstelle
Der häufigste Lizenzfehler im Mittelstand: RDS-Zugriffslizenzen ersetzen die normalen nicht, sie kommen obendrauf. Wann RDS greift, wann die Administrationsausnahme gilt, und warum der Lizenzserver Pflicht ist.
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Kurze Antwort: Eine RDS-Zugriffslizenz ersetzt die normale Zugriffslizenz nicht, sie kommt zusätzlich. Ein Arbeitsplatz, der per Remotedesktop auf dem Server arbeitet, braucht also zwei Lizenzen: eine Windows-Server-CAL und eine RDS-CAL. Das ist der häufigste Lizenzfehler im Mittelstand.
Warum zwei Lizenzen und nicht eine
Microsoft trennt zwei verschiedene Rechte. Die normale CAL erlaubt den Zugriff auf die Serverdienste, also Dateifreigaben, Verzeichnisdienst, Druckdienste. Die RDS-CAL erlaubt zusätzlich, eine grafische Sitzung auf dem Server zu öffnen und dort direkt zu arbeiten.
Da eine Remotedesktop-Sitzung immer auch die Serverdienste nutzt, brauchst du beide Rechte. Sie schließen sich nicht aus, sie bauen aufeinander auf.
Wann RDS überhaupt greift
Nicht jede Fernverbindung ist Remotedesktop im lizenzrechtlichen Sinn. Betroffen bist du in diesen Fällen:
- Ein Terminalserver, auf dem mehrere Mitarbeitende gleichzeitig arbeiten.
- Einzelne Anwendungen, die vom Server veröffentlicht und auf dem Client dargestellt werden.
- Virtuelle Desktops, die zentral auf dem Server laufen.
Nicht betroffen ist die Administration. Windows Server erlaubt zwei gleichzeitige Verbindungen ausschließlich zu Verwaltungszwecken, ohne RDS-Lizenz. Sobald darauf produktiv gearbeitet wird, endet diese Ausnahme.
Genau an dieser Stelle rutschen viele Betriebe unbemerkt in die Unterlizenzierung. Der Administrator richtet den Zugang „nur mal kurz“ ein, ein halbes Jahr später arbeiten drei Leute täglich damit.
„Der Fernzugang war ursprünglich nur für den Notfall gedacht - ein Jahr später hingen drei feste Homeoffice-Arbeitsplätze daran, ganz ohne RDS-CAL." Ein IT-Berater beschreibt einen typischen Fund bei einer Lizenzprüfung, der sich schleichend entwickelt hatte, ohne dass es jemandem bewusst aufgefallen war.
Auch RDS gibt es benutzer- und gerätebasiert
Die gleiche Logik wie bei den normalen Zugriffslizenzen gilt hier ein zweites Mal. Die RDS-Benutzer-CAL gehört zu einer Person, die RDS-Geräte-CAL zu einem Gerät. Und die Entscheidungsregel ist dieselbe: Zähle Personen, zähle Geräte, lizenziere die kleinere Zahl.
Du musst dabei nicht denselben Typ wählen wie bei den normalen CALs, auch wenn das in der Praxis meist zusammenfällt.
So rechnest du einen Remotedesktop-Arbeitsplatz
Ein Betrieb mit acht Personen, die alle über Remotedesktop auf einem Terminalserver arbeiten, braucht:
- eine Serverlizenz für die Hardware,
- acht normale Zugriffslizenzen,
- acht RDS-Zugriffslizenzen.
Wer nur die Serverlizenz und die acht RDS-CALs kauft, ist unterlizenziert, obwohl das System einwandfrei läuft. Windows Server prüft das nicht.
Der Lizenzserver ist Pflicht
RDS-CALs müssen auf einem Remotedesktop-Lizenzserver hinterlegt und aktiviert werden. Ohne das läuft der Dienst in einer Testphase und stellt danach den Betrieb ein. Plane diesen Schritt fest mit ein, er wird regelmäßig vergessen und führt dann zu einem Ausfall, der wie ein technischer Defekt aussieht.
Sicher rechnen
Der CAL-Konfigurator berücksichtigt RDS und legt die Zusatzlizenzen automatisch obendrauf, sobald du die Frage nach dem Remotedesktop mit Ja beantwortest.
Die Lizenzen selbst findest du unter Zugriffslizenzen. Wie die normalen CALs funktionieren, erklärt der Artikel zu Benutzer- und Geräte-CALs, alle Grundlagen der Server-Ratgeber.