Ratgeber 3 Min. Lesezeit · 11.08.2026

In-Place-Upgrade von Server 2016 auf 2025: was seit dem N-4-Pfad geht

Seit Windows Server 2025 erlaubt Microsoft den direkten Sprung von Server 2016 auf 2025 in einem Schritt. Was der Pfad leistet, wo er nicht gilt und wie die Vorbereitung aussieht.

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    Kurz: Seit Windows Server 2025 erlaubt Microsoft bei nicht geclusterten Systemen das Überspringen von bis zu vier Versionen in einem Schritt. Der direkte Weg von Server 2016 auf Server 2025 per Installationsmedium ist dokumentiert und unterstützt. Der Umweg über 2019 oder 2022 ist nicht mehr nötig.

    Was sich geändert hat

    Bis Windows Server 2022 galt: nicht geclusterte Systeme dürfen zwei Versionen auf einmal überspringen. Von 2016 kam man also auf 2022, aber nicht auf 2025. Wer weiter wollte, brauchte zwei Durchläufe, zwei Wartungsfenster und zwei Risiken.

    Mit Server 2025 hat Microsoft das auf vier Versionen erweitert. Server 2016, 2019 und 2022 sind alle als unterstützte Quelle für ein direktes Upgrade auf 2025 aufgeführt. Für viele Umgebungen halbiert das den Aufwand.

    Wichtig: Der direkte Pfad gilt für das medienbasierte Upgrade per ISO. Über Windows Update ist der Weg auf 2025 derzeit nur von Server 2019 und 2022 aus vorgesehen.

    Wo der Pfad nicht gilt

    Failovercluster. Dort gilt weiterhin das Cluster OS Rolling Upgrade, und dabei ist nur ein Versionsschritt auf einmal vorgesehen. Von 2016 auf 2025 im Cluster braucht also ein mehrstufiges Vorgehen.

    Domänencontroller. Technisch geht ein In-Place-Upgrade, empfohlen ist es nicht. Der saubere Weg ist ein neuer DC, Replikation, FSMO-Rollen übertragen, alten DC herabstufen.

    Server mit SQL Server 2016. Der SQL-Dienst muss zuerst auf eine kompatible Version, dann das Betriebssystem. SQL Server 2016 ist seit 14. Juli 2026 selbst aus dem Support.

    Die Vorbereitung, die niemand überspringen sollte

    Backup und Rückweg. Ein vollständiges Backup ist das Minimum. Auf einem Hypervisor zusätzlich ein Snapshot. Und ein dokumentierter, getesteter Rückweg, nicht nur die Absicht, im Notfall zurückzukönnen.

    Herstellerfreigaben. Jeden Softwarehersteller einzeln fragen, ob Server 2025 freigegeben ist. Schriftlich. Das ist der Schritt, der Projekte kippt, und er dauert bei manchen Anbietern Wochen. Kompatibilität anzunehmen ist der direkte Weg in den Fehlschlag.

    Treiber und Firmware. Storage-Controller, Netzwerkkarten, Firmware auf aktuellem Stand. Ältere Hardware ohne aktuelle Treiber für 2025 ist ein Grund, stattdessen auf Server 2022 zu gehen.

    NIC Teaming. Vor dem Upgrade auflösen, danach neu einrichten. Das ist der häufigste vermeidbare Stolperstein.

    Edition und Sprache. Standard bleibt Standard, Datacenter bleibt Datacenter. Ein Wechsel der Sprachversion im Upgrade funktioniert nicht.

    Lizenz. Sie brauchen eine gültige Lizenz für die Zielversion, kein Evaluierungsmedium. Und Sie brauchen CALs der Zielversion für jeden Zugriff. Details dazu: Warum deine alten Server-CALs beim Upgrade wertlos werden

    Was die Praxis sagt

    Die Erfolgsquoten in Feldberichten gehen weit auseinander, und das hat einen nachvollziehbaren Grund. Ein deutscher Dienstleister berichtet von rund 250 begleiteten Terminalserver-Upgrades mit genau einem Fehlschlag. Andere Quellen nennen für gemischte Bestände Quoten um 60 Prozent.

    Der Unterschied liegt im Zustand der Ausgangsmaschine. Ein sauber gepflegter Anwendungsserver mit aktuellen Treibern und dokumentierter Konfiguration geht durch. Eine über zehn Jahre gewachsene Installation mit Legacy-Treibern, halb deinstallierten Agenten und drei Generationen Antivirenresten ist ein anderer Fall. Wer den Zustand nicht kennt, sollte statt eines In-Place-Upgrades eine Neuinstallation planen.

    2022 oder 2025 als Ziel?

    Server 2022 ist die pragmatische Wahl, wenn Ihre Branchensoftware für 2025 nicht freigegeben ist, die Hardware älter ist, oder das Budget knapp. Sicherheitsupdates bis 14. Oktober 2031. Der Mainstream-Support endet allerdings schon am 13. Oktober 2026, danach gibt es nur noch Sicherheitspatches.

    Server 2025 ist die Wahl, wenn die Maschine über 2031 hinaus stehen soll oder Sie Hotpatching wollen. Support bis 14. November 2034.

    Die Server selbst finden Sie unter Windows Server, weitere Grundlagen im Server-Ratgeber.

    Verwandt: Windows Server 2016 Supportende: die vier Wege im Kostenvergleich

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    Über den Autor

    Jens Krückel

    Jens Krückel verantwortet bei Firstsoft die Ratgeber-Inhalte rund um Microsoft-Lizenzen. Nach seinem Studium an der Frankfurt School of Finance & Management war er mehrere Jahre als Consultant bei Simon-Kucher & Partners tätig, unter anderem in der Pricing- und Vertriebsberatung für Softwareunternehmen. Seither hat er sich auf IT-Vertrieb und die Integration von Unternehmenssoftware spezialisiert. Sein Anspruch: Lizenzthemen verständlich erklären - ohne Fachchinesisch und ohne Marketing-Floskeln.