Benutzer-CAL oder Geräte-CAL: welche Zugriffslizenz du brauchst
Zwei Rechenbeispiele zeigen, wann welche Zugriffslizenz gewinnt. Dazu die Möglichkeit, beide Typen zu mischen, die in der Praxis kaum jemand nutzt, obwohl sie oft am günstigsten ist.
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Kurze Antwort: Eine Benutzer-CAL ist an eine Person gebunden, die damit von beliebig vielen Geräten zugreifen darf. Eine Geräte-CAL ist an ein Gerät gebunden, über das beliebig viele Personen zugreifen dürfen. Die Entscheidungsregel lautet: Zähle Personen, zähle Geräte, lizenziere die kleinere Zahl.
Warum es überhaupt zwei Varianten gibt
Microsoft verkauft die Serverlizenz und das Zugriffsrecht getrennt. Die Serverlizenz erlaubt es, die Software auf der Hardware laufen zu lassen. Sie erlaubt niemandem, damit zu arbeiten. Dafür ist die Zugriffslizenz da, im Englischen Client Access License, kurz CAL.
Weil Betriebe sehr unterschiedlich arbeiten, gibt es die CAL in zwei Zuschnitten. Beide kosten ähnlich viel, decken aber Unterschiedliches ab.
Die beiden Varianten im Klartext
Benutzer-CAL
Sie gehört zu einer Person. Diese Person darf vom Desktop, vom Notebook, vom Tablet und vom Telefon auf den Server zugreifen, ohne dass dafür weitere Lizenzen fällig werden.
Geräte-CAL
Sie gehört zu einem Gerät. Wer immer sich an diesem Rechner anmeldet, ist abgedeckt. Ob dort eine Person arbeitet oder zwanzig nacheinander, spielt keine Rolle.
Zwei Rechenbeispiele aus der Praxis
Beispiel Büro. Ein Steuerbüro beschäftigt zehn Personen. Jede hat einen Arbeitsplatzrechner, vier haben zusätzlich ein Notebook für Auswärtstermine. Das sind zehn Benutzer und vierzehn Geräte. Mit Benutzer-CALs brauchst du zehn Lizenzen, mit Geräte-CALs vierzehn. Die Benutzer-CAL gewinnt.
Beispiel Schichtbetrieb. Eine Produktion läuft mit zwanzig Mitarbeitenden in drei Schichten an sechs Terminals in der Halle. Das sind zwanzig Benutzer und sechs Geräte. Mit Geräte-CALs brauchst du sechs Lizenzen statt zwanzig. Die Geräte-CAL gewinnt, und zwar deutlich.
Die Regel dahinter ist immer dieselbe, egal wie groß der Betrieb ist: Die kleinere der beiden Zahlen bestimmt, welchen Typ du kaufst.
Der Punkt, den fast niemand kennt
Du darfst beide Typen im selben Netz mischen. Das steht so in den Lizenzbedingungen und wird in der Praxis viel zu selten genutzt.
Denk an einen Handwerksbetrieb: Im Büro arbeiten drei Personen an drei Rechnern und einem gemeinsamen Notebook. In der Werkstatt teilen sich acht Monteure zwei Terminals. Sauber gerechnet nimmst du drei Benutzer-CALs fürs Büro und zwei Geräte-CALs für die Werkstatt, also fünf statt der elf, die eine einheitliche Lösung kosten würde.
„Wir hatten für alle Mitarbeiter Benutzer-CALs gekauft - dabei hätten die geteilten Terminals in der Werkstatt mit Geräte-CALs locker die Hälfte gekostet." Ein IT-Dienstleister beschreibt, wie er bei einem Kunden durch die Mischung beider Lizenztypen die Kosten spürbar senken konnte.
Was oft vergessen wird
- Zugriff ist mehr als Anmeldung. Auch wer nur auf eine Dateifreigabe oder einen Netzwerkdrucker am Server zugreift, braucht eine CAL.
- Auch eine einzige Person braucht eine. Es gibt keine Freigrenze.
- Externe zählen mit. Dienstleister mit Serverzugriff brauchen ebenfalls eine Lizenz.
- CALs dürfen nicht älter sein als der Server. Neuere CALs decken ältere Server dagegen mit ab.
Rechne es kurz durch
Wenn du wissen willst, was dein Aufbau konkret braucht, nimm den CAL-Konfigurator. Drei Fragen, und du bekommst die genaue Kombination inklusive Menge und Preis.
Die passenden Lizenzen findest du unter Zugriffslizenzen, die Server selbst unter Windows Server. Alle weiteren Grundlagen erklärt der Server-Ratgeber.