Ratgeber 3 Min. Lesezeit · 06.08.2026

Benutzer-CAL oder Geräte-CAL: welche Zugriffslizenz du brauchst

Zwei Rechenbeispiele zeigen, wann welche Zugriffslizenz gewinnt. Dazu die Möglichkeit, beide Typen zu mischen, die in der Praxis kaum jemand nutzt, obwohl sie oft am günstigsten ist.

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    Kurze Antwort: Eine Benutzer-CAL ist an eine Person gebunden, die damit von beliebig vielen Geräten zugreifen darf. Eine Geräte-CAL ist an ein Gerät gebunden, über das beliebig viele Personen zugreifen dürfen. Die Entscheidungsregel lautet: Zähle Personen, zähle Geräte, lizenziere die kleinere Zahl.

    Warum es überhaupt zwei Varianten gibt

    Microsoft verkauft die Serverlizenz und das Zugriffsrecht getrennt. Die Serverlizenz erlaubt es, die Software auf der Hardware laufen zu lassen. Sie erlaubt niemandem, damit zu arbeiten. Dafür ist die Zugriffslizenz da, im Englischen Client Access License, kurz CAL.

    Weil Betriebe sehr unterschiedlich arbeiten, gibt es die CAL in zwei Zuschnitten. Beide kosten ähnlich viel, decken aber Unterschiedliches ab.

    Die beiden Varianten im Klartext

    Benutzer-CAL

    Sie gehört zu einer Person. Diese Person darf vom Desktop, vom Notebook, vom Tablet und vom Telefon auf den Server zugreifen, ohne dass dafür weitere Lizenzen fällig werden.

    Geräte-CAL

    Sie gehört zu einem Gerät. Wer immer sich an diesem Rechner anmeldet, ist abgedeckt. Ob dort eine Person arbeitet oder zwanzig nacheinander, spielt keine Rolle.

    Zwei Rechenbeispiele aus der Praxis

    Beispiel Büro. Ein Steuerbüro beschäftigt zehn Personen. Jede hat einen Arbeitsplatzrechner, vier haben zusätzlich ein Notebook für Auswärtstermine. Das sind zehn Benutzer und vierzehn Geräte. Mit Benutzer-CALs brauchst du zehn Lizenzen, mit Geräte-CALs vierzehn. Die Benutzer-CAL gewinnt.

    Beispiel Schichtbetrieb. Eine Produktion läuft mit zwanzig Mitarbeitenden in drei Schichten an sechs Terminals in der Halle. Das sind zwanzig Benutzer und sechs Geräte. Mit Geräte-CALs brauchst du sechs Lizenzen statt zwanzig. Die Geräte-CAL gewinnt, und zwar deutlich.

    Die Regel dahinter ist immer dieselbe, egal wie groß der Betrieb ist: Die kleinere der beiden Zahlen bestimmt, welchen Typ du kaufst.

    Der Punkt, den fast niemand kennt

    Du darfst beide Typen im selben Netz mischen. Das steht so in den Lizenzbedingungen und wird in der Praxis viel zu selten genutzt.

    Denk an einen Handwerksbetrieb: Im Büro arbeiten drei Personen an drei Rechnern und einem gemeinsamen Notebook. In der Werkstatt teilen sich acht Monteure zwei Terminals. Sauber gerechnet nimmst du drei Benutzer-CALs fürs Büro und zwei Geräte-CALs für die Werkstatt, also fünf statt der elf, die eine einheitliche Lösung kosten würde.

    „Wir hatten für alle Mitarbeiter Benutzer-CALs gekauft - dabei hätten die geteilten Terminals in der Werkstatt mit Geräte-CALs locker die Hälfte gekostet." Ein IT-Dienstleister beschreibt, wie er bei einem Kunden durch die Mischung beider Lizenztypen die Kosten spürbar senken konnte.

    Was oft vergessen wird

    • Zugriff ist mehr als Anmeldung. Auch wer nur auf eine Dateifreigabe oder einen Netzwerkdrucker am Server zugreift, braucht eine CAL.
    • Auch eine einzige Person braucht eine. Es gibt keine Freigrenze.
    • Externe zählen mit. Dienstleister mit Serverzugriff brauchen ebenfalls eine Lizenz.
    • CALs dürfen nicht älter sein als der Server. Neuere CALs decken ältere Server dagegen mit ab.

    Rechne es kurz durch

    Wenn du wissen willst, was dein Aufbau konkret braucht, nimm den CAL-Konfigurator. Drei Fragen, und du bekommst die genaue Kombination inklusive Menge und Preis.

    Die passenden Lizenzen findest du unter Zugriffslizenzen, die Server selbst unter Windows Server. Alle weiteren Grundlagen erklärt der Server-Ratgeber.

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    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen Benutzer-CAL und Geräte-CAL?
    Die Benutzer-CAL ist an eine Person gebunden, die von beliebig vielen Geräten zugreifen darf. Die Geräte-CAL ist an ein Gerät gebunden, über das beliebig viele Personen zugreifen dürfen.
    Welche CAL ist günstiger?
    Die, von der du weniger brauchst. Zähle Personen und Geräte und lizenziere die kleinere Zahl. In Büros gewinnen meist Benutzer-CALs, im Schichtbetrieb Geräte-CALs.
    Darf ich Benutzer- und Geräte-CALs mischen?
    Ja, das ist ausdrücklich erlaubt und oft die günstigste Lösung. Ein Betrieb kann für das Büro Benutzer-CALs und für geteilte Terminals Geräte-CALs einsetzen.
    Brauche ich eine CAL, wenn ich nur auf eine Dateifreigabe zugreife?
    Ja. Jede Form des Zugriffs auf den Server ist lizenzpflichtig, auch der Zugriff auf Dateifreigaben oder einen am Server angebundenen Drucker.

    Über den Autor

    Jens Krückel

    Jens Krückel verantwortet bei Firstsoft die Ratgeber-Inhalte rund um Microsoft-Lizenzen. Nach seinem Studium an der Frankfurt School of Finance & Management war er mehrere Jahre als Consultant bei Simon-Kucher & Partners tätig, unter anderem in der Pricing- und Vertriebsberatung für Softwareunternehmen. Seither hat er sich auf IT-Vertrieb und die Integration von Unternehmenssoftware spezialisiert. Sein Anspruch: Lizenzthemen verständlich erklären - ohne Fachchinesisch und ohne Marketing-Floskeln.