Volumenlizenz oder Retail bei Office: was wirklich übertragbar ist
OEM, Retail oder Volumenlizenz: Nur ein Lizenztyp lässt sich bei Office 2019 und neuer rechtssicher übertragen. Woran du seriöse Angebote erkennst und was der EuGH tatsächlich entschieden hat.
Auf dieser Seite
Kurze Antwort: Rechtssicher übertragbare gebrauchte Office-Lizenzen stammen in der Regel aus Volumenlizenzprogrammen. OEM-Lizenzen sind fest an die ursprüngliche Hardware gebunden. Retail-Lizenzen sind je nach Version und Herkunft nur eingeschränkt übertragbar. Wer dir einen billigen Retail-Key für Office 2019 oder neuer anbietet, kann die Übertragbarkeit meist nicht nachweisen.

Die drei Lizenztypen im Überblick
Beim Kauf einer Office-Lizenz entscheidet nicht der Funktionsumfang darüber, ob du sie legal weiterverwenden darfst, sondern der Lizenztyp.
Retail
Die klassische Einzelhandelsversion, ursprünglich für Endkunden gedacht. Ältere Retail-Versionen waren an eine Person gebunden und ließen sich auf ein neues Gerät übertragen. Bei neueren Versionen hat Microsoft die Bedingungen verschärft.
OEM
Wird zusammen mit einem Rechner ausgeliefert und ist dauerhaft an diese Hardware gebunden. Eine Übertragung auf einen anderen Rechner ist nach den Lizenzbedingungen nicht vorgesehen – auch nicht, wenn der ursprüngliche Rechner defekt ist.
Volumenlizenz
Unternehmen beziehen Lizenzen über Programme wie Open License, Select oder MPSA. Diese Lizenzen sind unter bestimmten Voraussetzungen übertragbar und bilden deshalb die Grundlage des seriösen Gebrauchtsoftware-Marktes.
Warum das bei Office 2019 und neuer besonders wichtig ist
Das ist der Punkt, an dem sich seriöse von unseriösen Angeboten trennen. Für Office 2019 und alle neueren Versionen gilt: Gebrauchtlizenzen, die rechtssicher übertragen werden können, stammen praktisch immer aus Volumenlizenzprogrammen – nicht aus Retail- oder OEM-Beständen.
Wenn ein Anbieter dir also einen auffällig günstigen Retail-Key für Office 2021 oder Office 2024 verkauft, solltest du nach der Herkunft fragen. Kann er die Übertragungskette nicht belegen, ist die Lizenz im Audit wertlos.
Die rechtliche Grundlage
Der Europäische Gerichtshof hat 2012 im Verfahren UsedSoft gegen Oracle (Rechtssache C-128/11) entschieden, dass Softwarelizenzen innerhalb der EU weiterverkauft werden dürfen – auch bei Downloadsoftware. Der Bundesgerichtshof hat diese Rechtsprechung anschließend bestätigt.
Damit ein Weiterverkauf rechtmäßig ist, müssen vier Bedingungen erfüllt sein:
- Die Lizenz wurde ursprünglich im Europäischen Wirtschaftsraum in Verkehr gebracht.
- Es handelt sich um eine unbefristete Lizenz, nicht um ein Abonnement.
- Der Vorbesitzer hat seine Kopie unbrauchbar gemacht.
- Die Lizenz wird vollständig übertragen – Volumenpakete dürfen nicht beliebig aufgespalten werden.
„Der Verkäufer konnte mir nicht sagen, ob es sich um eine Volumen- oder Retail-Lizenz handelte - da habe ich dankend abgelehnt." Ein IT-Leiter beschreibt, worauf er seither bei Gebrauchtsoftware besonders achtet, seit ihm ein zu günstiges Angebot verdächtig vorkam.
Woran du eine saubere Lizenz erkennst
- Der Händler nennt den Lizenztyp offen und ohne Rückfrage.
- Es gibt eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer.
- Die Übertragungskette ist dokumentiert.
- Der Vorbesitzer bestätigt schriftlich, dass er die Software nicht weiter nutzt.
Bei Firstsoft wird jede Lizenz vor dem Verkauf einzeln geprüft und mit diesen Unterlagen ausgeliefert. Sieh dir die verfügbaren Office-Lizenzen an, oder direkt Office 2024 Professional Plus und Office 2021 Home & Business.
Alle rechtlichen Hintergründe findest du gebündelt im Office-Ratgeber. Welche Edition zu dir passt, klärt der Vergleichsrechner.